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VOLKAN BÖLÜKBASI, Diplom Pädagoge

Einer der Sozialarbeiter in der "STATION" und der Projektbetreuer ohne den dieser Film ebensowenig zustande gekommen wäre.

Die schwäbische Kleinstadt Möckmühl ist ein Ort mit 8000 Einwohnern. Wie auch in zahlreichen weiteren deutschen Städten haben hier Spätaussiedler, Türken, Griechen und andere Menschen unterschiedlicher Nationen ein neues Leben gefunden. Deutschen sowie Zuwanderern ist es in diesem Ort gelungen, aufeinander zuzugehen und ein positives Zusammenleben zu erreichen.

In Sportvereinen, in der Freizeit und im öffentlichen Leben haben die Einwohner einen gut funktionierenden, gemeinsamen Dialog gefunden - und einen offenherzigen Umgang miteinander entwickelt.

Doch trotz allem haben Menschen, die aus fremden Kulturkreisen stammen, auch in Möckmühl mit Herausforderungen und Problemen zu kämpfen. Insbesondere jugendlichen Migranten fällt es manchmal schwer, gesellschaftlich Fuß zu fassen. Die Suche nach Perspektiven, wie etwa einer Berufsausbildung, verläuft gerade bei diesen Jugendlichen oft erfolglos.

Hier versucht die Jugendsozialarbeit anhand ihrer Hilfsangebote zu vermeiden, dass sich diese jungen Menschen – frustriert durch anhaltende Perspektivlosigkeit – der Gesellschaft den Rücken zukehren und ins soziale Abseits fallen. Es wird mit klassischen Methoden der Sozialarbeit auf die Jugendlichen zugegangen. Eine Arbeitsform bilden die Einzelfallhilfen, deren Ziel in der Verbesserung individueller Lebensverhältnisse liegt. Mithilfe von Gruppenarbeiten wird zur Entwicklung sozialer Kompetenzen bei jungen Menschen beigetragen.

Das Zentrum dieses sozialarbeiterischen Handlungsfelds bildet die 2009 gegründete Anlaufstelle der Jugendsozialarbeit Möckmühl. Jene Einrichtung, die den Namen ‚STATION’ trägt, erreicht insbesondere sozial schwächere und benachteiligte junge Menschen. Die Besucherstruktur der STATION spiegelt mit ihrem hohen Anteil aus Migrantenfamilien multi-kultureller Herkunft und ihrem nicht unerheblichen Anteil an Haupt- & Förderschülern sowie ihrem überproportionalen Anteil an vorzugsweise verhaltensschwierigen männlichen Jugendlichen das in Deutschland vorherrschende gesamtgesellschaftliche Bild wider.

Das multi-kulturelle Publikum findet in der STATION einen (Frei)Raum für selbst bestimmte oder gewählte Tätigkeiten und pädagogische Angebote. Eines der Angebote ist der Dreh eines Films gewesen. Was jedoch zunächst als ein in Kleingruppenarbeit zu entstehender, zehnminütiger Imagefilm über den Möckmühler Jugendalltag angedacht war, wurde innerhalb weniger Tage zu einem Großprojekt. Immer mehr Jugendliche fanden Interesse daran, einen Film über sich selbst zu drehen und über ihren Alltag als Jugendliche in Möckmühl zu erzählen. Immer mehr Jugendliche waren bereit, einen Einblick in die Vielseitigkeit ihres Lebens zu gewähren und ein Stück ihrer individuellen Geschichte zu erfahren. Sie ließen bereitwillig zu, dass man durch ihre Kamera bzw. durch ihre Augen auf ihre Lebenswelt blickt und möglicherweise erahnt, was es bedeutet, heute ein junger Mensch zu sein, der sich auf die Suche nach einer Perspektive für seine Zukunft begibt.

Volkan Bölükbasi, Jugendsozialarbeiter "STATION"

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